Schmerzmittel – ein unterschätztes Risiko

Fast jeder Deutsche hat in seinem Medikamentenschrank eine Packung Schmerzmittel, für den Fall der Fälle. Doch häufig kommen die Pillen nicht in Ausnahmefällen zum Einsatz, sondern bei jeder Gelegenheit. Ob Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Verletzungen oder Kopfschmerzen, die schmerzlindernden Wirkstoffe werden viel zu oft eingesetzt. Mit nicht zu unterschätzenden Risiken für Mensch und Umwelt. Ein bewussterer Umgang mit den Medikamenten ist dringend notwendig, denn letztendlich handelt es sich immer noch um Pharmazeutika, die sicherlich nicht für den täglichen Bedarf geschaffen wurden.

Fehlendes Schmerzbewusstsein kann schaden

Schmerzmittel sollen Schmerzen beseitigen, soweit so gut. Doch nicht immer ist das ratsam, denn Schmerzen sind ein wichtiges Signal an den Körper. Etwas stimmt nicht. Die Schmerzen einfach auszublenden führt oftmals dazu, dass man die Ursache mit ausblendet. Nur die Symptome zu bekämpfen ist allerdings fahrlässig. Der ständige Schmerzmittelkonsum kann darüber hinaus dazu führen, dass man abhängig von Schmerzmitteln wird und bereits schwachen Schmerz als unangenehm empfindet. Schmerzen ertragen sollte man bis zu einem bestimmten Grad können. Ein angeschlagenes Knie ist kein Grund für ein Schmerzmittel. Doch oft wird genau das gemacht. Dabei sind freiverkäufliche Schmerzmittel nicht ungefährlich. So vermutet man etwa hinter Paracetamol eine lebertoxische Wirkung bei längerfristiger Einnahme. Zudem führt der hohe Konsum auch zu einer Verunreinigung des Grundwassers mit den Abbauprodukten der Wirkstoffe.

Schmerzen abklären hilft oft weiter

Nicht jedes Schmerzmittel und jede Einnahmeform wirken gleich gut. Daher sollten Schmerzen am besten mit einem Arzt abgeklärt werden. Besondere Vorsicht ist bei Schwangeren gegeben. Diese sollten auf bestimmte Schmerzmittel gänzlich verzichten, denn Fehlbildungen und Folgeerkrankungen bei den Kindern können vorkommen. Auf sogenannte nicht-steroidale Entzündungshemmer sollte man verzichten, dazu zählen Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac. Das Schmerzmittel für Schwangere ist meist Paracetamol, welches auf das Ungeborene keine Nebenwirkungen hat, sofern das Medikament nur in Einzelfällen eingenommen wird. Bei vielen schmerzbegleiteten Beschwerden können auch pflanzliche Wirkstoffe helfen, die deutlich besser verträglich sind, etwa Arnikaextrakte bei Muskelschmerzen.